23. Juni 2018

Wir sind das Volk - ähm....Moment, nein, ich nicht


Die Gesellschaft und deren Regeln ist durch das Volk für das Volk entstanden.
Ohne Gesellschaft würde das Chaos regieren, wir würden mit Keulen schwingend dem Nachbarn das IPhone aus der Hand brüllen und den Porsche des Arbeitgebers mit Kaugummi bekleben....jaja, wir sind eben doch nur Säugetiere.



Die Gesellschaft ist, wie die meisten Existenzen, für den Durchschnitt gemacht, für den guten Mittelwert, und das ist auch gut so. Denn würden alle Regeln und Gesetze nur auf Picassos zugeschnitten sein, wären wohl bald 98% der Menschen hinter Gittern.


Die Gesellschaft ist für die Masse mit 100 IQ Punkten gemacht. Nicht, dass dieser Test in meinen Augen irgend eine relevante Aussagekraft hat, aber es ist so einfacher zu beschreiben. Sie ist für die, die innerhalb ihres Mikrokosmos leben und damit zufrieden sind. Das bedeutet, sie sehen in erster Linie sich und die 2 Meter um sich und von dieser Basis aus agieren sie. Das ist gesund. Die Konzentration liegt im Hier und Jetzt, man fühlt sich und kümmert sich um sich und seine Sachen.

Die Gesellschaft ist nich für die konzipiert, die sich selbst von außen betrachten können (Selbstreflexion, aber noch etwas bildlicher und analytischer), die andere wie Figuren eines Schattenbildes auf einer Leinwand betrachten können und den Zusammenhang verstehen wollen; nicht für die, die die Erde von oben sehen und überblicken, wie alles zusammenhängt und sich jedes Verbrechen an diesem Planeten wie ein farblicher eng gewickelter Schleier um die blaue Kugel schlingt und diese mehr und mehr erdrosselt; nicht für die, die das Universum sehen und die Nichtigkeit der einzelnen und eigenen Person und Persönlichkeit spüren.
Und dennoch beim Anblick einer Ameise die selbe Ehrfurcht fühlen, wie beim Betrachten der Planeten.

Die Gesellschaft ist für die, die zum arbeiten gehen, um sich ein dickes Auto zu kaufen, mit dem sie zur Arbeit fahren können. Und die Freizeit wird mitbestimmt von Werbung, Trends und Ablenkung. Denken muss man nicht. Der Mensch soll beschäftigt sein und immer auf Achse.

Für die, die etwas mehr beobachten, als der Durchschnitt, die verstehen wollen, statt zu akzeptieren, gibt es nur die Möglichkeit, sich anzupassen, oder einen Weg zu finden, der sie zum Teil der Gesellschaft zugehörig macht und sie trotzdem sich gerecht werden lässt.
Das Problem heute ist, dass jedem, der nicht zu den mehr oder weniger 100 IQ Punkte Menschen gehört, versucht wird klar zu machen, dass er unnormal ist. Meist wird er bereits früh im Leben ebenso behandelt, Außenseiter, Nerds.
Mit Medikamenten hat man die Möglichkeit, sich einzufügen, das kritische und selbstständige Denken zu stoppen und gedämpft zu ertragen, auf was man keinen Einfluss hat. (nicht alle Medikamente sind schlecht, nicht jeder Verrückte verrückt, nicht alle Anpassung ist zu verteufeln).

Die Alternative ist, sich einen Weg zu suchen, mit dem man in Ruhe leben kann. Ein Teil der Gesellschaft zu sein, aber ihr dennoch nicht hörig zu sein und in ihr zu versinken. Sich selbst zu verwirklichen, aber dennoch den Anschluss nicht zu verlieren.

Viele Persönlickeiten, die hier was bewegt haben, waren einer Sucht verfallen oder galten als verrückt.
Alkohol und Drogen sind sicher nicht der Weg, seine Andersartigkeit auszuleben. Sie sind nur der Versuch, die Verzweiflung nicht dazu zu passen, mit Gleichgesinnten zu teilen und nicht mehr so "unnötiges" Zeug denken zu müssen. Die Mittel der gesellschaftlichen Konstruktion reichen eben nicht aus, um diese Freigeister abzuschalten. Als tun sie es selbst, um zumindest bewusst als Aussetzige zu gelten und nicht fremdbestimmt.

Dabei wäre doch die Lösung so einfach, keine Kompromisse einzugehen, sondern einfach den Weg zu wählen, mit dem man sich ausleben kann, sich nicht schmälern oder verstellen muss und bei dem man sich das Leben nicht schwer macht, weil man dauernd aneckt oder oder sich übergeht.

Deshalb verbringe ich meine Winter im Süden und lebe die Sommer auf einem Campingplatz :)