13. Februar 2018

Der Freigeist



Wir sind die, die anders sind, anders leben, alles möglich machen und vor nichts Angst haben.

So scheint es....






Wir folgen nicht den Konventionen, richten uns nicht nach dem, was andere Meschen denken, für richtig halten oder gesellschaftlich verlangt wird. Wir bereisen die Welt, wissen heute nicht, wo wir morgen sein werden und was wir essen werden, geschweige denn machen wir uns Sorgen darum, wie es um uns im Alter stehen könnte.
Wir leben die ultimative Freiheit, tun was wir wollen und sind immer glücklich.

So scheint es....


Die Wahrheit ist, dass so ein Leben nicht beginnt, weil man entscheidet "ach Scheiß drauf, ich will machen, was ich möchte", sondern meistens aus einer Not heraus.
Man passt nicht rein, eckt an, kann sich nicht anpassen. Man schafft es nicht, jeden Tag das selbe zu tun, um runde Münzen oder Zahlen auf einem imaginären Konto zu erhalten, mit denen wir uns dann Dinge anhäufen können, die uns nicht glücklicher machen, noch unsere Sorgen lindern.
Wir wiegen unsere Lebenszeit auf mit dem, was wir in einem üblichen Job an Geld dafür bekommen und stellen fest, dass uns eine Stunde Lebenszeit, in der wir uns wohl fühlen, frei sind und tun können, was wir wollen, wichtiger ist, als uns mit Dingen eindecken zu können, nach Hawaii zu fliegen oder schick essen zu gehen.

Wir merken schon früh im Leben, dass wir nicht dazu gehören, und uns nicht zufrieden geben können mit dem, was andere glücklich macht. Wir merken schon früh, dass wir was anders machen müssen, wenn wir nicht kaputt gehen wollen, in Depressionen versinken wollen oder unseren Kopf mit Drogen still bekommen wollen.

Alles was wir tun, dient nur dem Selbsterhalt. Dem Zweck, uns nicht selbst zu zerstören oder kaputt zu gehen an der Welt und ihren dunklen, bösen und ausbeuterischen Seiten. An den Widersprüchen, der Gier, der Gewissenlosigkeit und der Lügen mit denen wir jeden Tag konfrontiert werden.
Wir hauen ab, um etwas Ruhe zu bekommen, um uns herum und in unseren Köpfen, mit der Hoffnung auf Gleichgesinnte zu treffen, die verstehen, was wir meinen, wenn wir sagen, "ich brauche eine Pause", obwohl wir gar nichts getan haben.-
Und wenn das bedeutet, mit minimalem Luxus und minimaler Versorung auf minimalem Raum durch die Welt zu reisen, tun wir das. Nur um uns nicht zu etwas quälen zu müssen, was für andere selbstverständlich ist oder ihnen sogar Spaß macht.

Wir wirken stark, völlig frei von Angst, wir stehen immer wieder auf, wir finden immer wieder einen neuen Weg. Das ist das, was die Menschen in uns sehen, uns bewundern, zu uns aufschauen und uns erzählen, sie hätten nie den Mut, sowas zu machen, so zu leben. Sie seien den Luxus und das Geld gewohnt und hätten ihre Standards.
Keiner von euch sieht, was dahinter steckt (Überforderung und Angst). Keiner sieht, weshalb man alles aufgibt und ein einfaches Leben führt (weil einem alles andere zu viel ist), keiner sieht, dass es nur eine Flucht ist, weil man alle anderen für einen möglichen Varianten bereits ausprobiert hat und gescheitert ist, keiner merkt, dass es nicht Einsamkeit bedeutet, alleine um die Welt zu reisen, sondern, nie tatsächlich verstanden zu werden und immer nur als jemand gesehen zu werden, der man nicht ist.

Das Leben ist eine Reise, also machen wir es zu einer und stagnieren nicht in unserer Bewegungslosigkeit, stetig hoffend und wartend, dass sich irgendwann alles zum Besten wendet....das wird nur selten passieren. Den ersten Schritt macht man immer selbst und wenn es nur der zum Auto ist, das einen dann in andere Länder fährt.